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Geschichte vom 22.04.2007:

Ein Schrei

Ein Schrei hallte durch die Nacht.

Am nächsten Morgen landete ein Fallschirmspringer auf dem Gebäude, aus dem der Schrei erklungen war. Ein Fenster stand offen. Dort stieg der Unbekannte geräuschlos in das Haus ein. Im Wohnzimmer fand er einen Mann, dem eine Nadel im Finger steckte. Auf dem Tisch vor dem Mann lagen viele Socken mit Löchern, sowie ein Stopfei. Offensichtlich hatte der Mann sich beim Strümpfe stopfen verletzt.

Unbekannter: Ich vermute Mal der Grund für den unerwarteten Schrei in der letzten Nacht ist in der Nadel zu sehen, die da in ihrem Finger steckt. Trifft das zu?

Mann: In der Tat.

Es entstand eine Pause, in welcher der Mann den Unbekannten von oben bis unten musterte. Der Unbekannte trug eine schwarze Sonnenbrille, einen Hut und einen Bart, der ihm bis zum Bauch reichte. Sein auftreten machte einen extrem coolen Eindruck.

Mann: Da ich sie nicht kenne, und ich wohl davon ausgehen kann, dass sie niemand aus der Nachbarschaft herbeigerufen hat, gibt es außer der gerade von ihnen gestellten Frage voraussichtlich noch einen weiteren zwingenden Grund für ihre Anwesenheit in diesem Wohnzimmer - denn ihre Frage habe ich bereits beantwortet und sie machen keine Anstalten dieses Zimmer zu verlassen. Zufall und reine Neugier schließe ich als Grund für dieses Verhalten aus, wie sie meinen Worten entnehmen können. Vielmehr vermute ich, dass die Erklärung für ihre Anwesenheit dem Schrei selbst anzulasten ist - und nicht der Ursache für dessen Zustandekommen oder all den möglichen Folgen die sich aus dieser Ursache für mich hätten ergeben können. Wahrscheinlich ist mein körperliches Wohl für sie von nicht allzu großer Bedeutung. Möglicherweise steht ihnen gar der Sinn danach, mein körperliches Wohl auf negative Art zu beeinflussen, nun da sie sehen, dass die Folgen des Schreis mein Wohlbefinden nicht wesentlich beeinträchtigt haben. Vielleicht hatten sie gehofft die Folgen des Schreis würden sie von dieser Aufgabe entbinden - und sie wollten sich dessen nur vergewissern. Weil die Sache aber noch nicht erledigt ist, werden sie nun wohl doch selbst Hand anlegen müssen. In der dafür notwendigen Position befinden sie sich ja bereits.
Sie beabsichtigen also ganz offensichtlich aus dem Schrei einen persönlichen Vorteil für sich zu erwirtschaften - wie immer dieser Vorteil aussehen mag. Wahrscheinlich haben sie den Schrei sogar geradezu herbeigesehnt, haben bereits seit geraumer Zeit auf ein derartiges Signal aus diesem Haus gewartet. Haben das Haus vielleicht sogar observiert, um dieses Signal ja nicht zu verpassen.
Nun denn. Was könnte das für eine Aufgabe sein, die einen Unbekannten dazu veranlasst einen nächtlichen Schrei aus einem fremden Gebäude abzuwarten, um am nächsten Morgen still und leise in das besagte Haus einzudringen? Allzu viele Möglichkeiten fallen mir da nicht ein.
Sie könnten ein Leichenbestatter auf Arbeitssuche sein. Aber das Verhältnis von Aufwand und nutzen wäre in diesem Fall für jemanden der mit diesem Gewerbe sein auskommen verdienen muss, wovon ich einfach mal ausgehe, äußerst ungünstig. Weiterhin könnten sie ein Schutzengel sein, der mir gerade seine Hilfe zuteil werden lassen will. Oder sie führen das genaue Gegenteil von einem Schutzengel im Schilde und wollen für mein baldiges Ableben Sorge tragen. Die letzte der genannten Optionen, die ihre weitere Anwesenheit in diesem Wohnzimmer erklären könnte, halte ich für die plausibelste. Das Leichenbestatter-Szenario kann ich wohl ausschliessen - und wären sie ein Schutzengel, dann müsste ich sie einen ziemlich schlechten Schutzengel schelten. Denn Schutzengel mit einer derart verzögerten Reaktionszeit, wären alles andere als eine Zierde ihrer Zunft. Deshalb darf ich wohl annehmen, dass ich einen Mörder vor mir stehen habe. Der mich gleich umbringen wird. Danach wird er den Mord so aussehen lassen, dass er auf den Zeitpunkt des nächtlichen Schreis zurückgerechnet werden kann, falls sich jemand dafür interessieren sollte. Für diesen Zeitpunkt hat er sich bereits ein wasserdichtes Alibi zurecht gelegt. Niemand wird für meinen Tod also je den Unbekannten verantwortlich machen können. Am Ende wird der Unbekannte die Freuden geniessen, die er durch diese Tat errungen hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass es sich so verhält. Zumindest gefällt es mir so zu denken.

Unbekannter: Ich verneige mich vor ihren Assoziationskünsten. Doch ihre Schlussfolgerung ist falsch.
Eines meiner Hobbys ist Fallschirmspringen. Gestern bin ich nach einer längeren Pause wieder gesprungen. Beim Versuch zu landen, habe ich mich in der Spitze des hohen Funkturms, der hier ganz in der Nähe steht, verheddert. Leider konnte ich mich dort oben niemandem bemerkbar machen. Also habe ich die gesamte Nacht damit verbracht mich und meinen Fallschirm aus dieser Lage allein zu befreien. Während ich damit beschäftigt war, habe ich einen Schrei vernommen. Der Schrei weckte in mir die Hoffnung, dass jemand vielleicht Feuerwehr, Notarzt oder Polizei verständigen würde - und Feuerwehr, Notarzt oder Polizei bei ihrem Eintreffen auch auf mich aufmerksam werden und mich aus der misslichen Situation befreien würde. Doch dem war nicht so.
Hier ist man nicht sonderlich interessiert an dem, was einem Nachbarn widerfährt, dachte ich mir. Nicht einmal bei einem offenkundigen Notfall, wie ein Schrei ihn ja wohl darstellt, hielt es irgend jemand für notwendig, Hilfe anzufordern. Die Nacht war extrem dunkel und in allen Häusern - außer in diesem hier - waren Fenster und Jalousien geöffnet. Das stellte ich beim Morgengrauen fest. Hätte also irgend jemand Beispielsweise ein Licht angemacht, um nach dem Grund für den Schrei zu sehen, oder hätte irgendwo ein Telefon geklingelt, weil sich irgend jemand nach dem befinden eines nahestehenden Menschen erkundigen wollte - was meiner Ansicht nach die einzig sinnvollen Alternativen gegenüber der Verständigung von Feuerwehr, Notarzt oder Polizei gewesen wären - so wäre mir dies nicht entgangen, wie ich glaube. In der Gegend aus der ich komme, hätten die Nachbarn sich so verhalten. Aber dieser Ort hier ist mir offenkundig fremder als alle anderen die ich bisher bereiste - obwohl ich schon an vielen Orten in vielen Ländern war.
Dieses fremdartige Verhalten weckte dann allerdings wiederum gerade mein Interesse. Ich fragte mich, ob das Verhalten der Nachbarn auf ein ungebührliches Verhalten der Nachbarn selbst - oder auf das ungebührliche Verhalten der Person die den Schrei ausgestossen hatte zurückzuführen sei. Nachdem ich mich von dem Funkturm befreit hatte, wollte ich mich auf die Suche nach der Antwort auf diese Frage machen.
Der Wind trieb meinen Fallschirm auf ihr Dach. Da ich von dort oben aber keinen direkten Weg runter zur Straße fand, war ich sehr glücklich als ich wenigstens ein offenes Fenster entdeckte, auch wenn es mir unangenehm war in ein fremdes Haus einzudringen. Mit etwas Glück jedoch würden die Bewohner noch schlafen, redete ich mir ein, und verhielt mich deshalb besonders leise.
Schließlich stiess ich auf sie - und nachdem ich ihre Schlussfolgerungen in Bezug auf meine Person vernommen habe, weiss ich weshalb niemand auf den Schrei reagiert hat, der aus diesem Haus gedrungen ist. Ich werde dieses Zimmer und diesen Ort jetzt also wieder verlassen. Wenn ich vorher vielleicht noch die Toilette aufsuchen dürfte?

Mann: Ähh ... Da vorne links. Aber seien sie bitte leise ...

Der Mann war etwas irritiert von den Ausführungen des Unbekannten - und wie sollte er die Aussage "nachdem ich ihre Schlussfolgerungen in Bezug auf meine Person vernommen habe, weiss ich weshalb niemand auf den Schrei reagiert hat" verstehen? Das würde er bei dem Unbekannten noch hinterfragen, nahm er sich vor.

Entgegen den Wünschen des Mannes verhielt sich der Unbekannte auf der Toilette nicht leise. Er drückte fünf Mal die Spülung und warf beim verlassen der Toilette die Tür mit einem lauten Knall zu. Der Unbekannte hatte sich dermassen über die Unterstellungen des Mannes geärgert, dass er sich auf diese Weise bei ihm revanchieren wollte.
Als der Unbekannte wieder das Wohnzimmer betrat, kniete der Mann vor einer Tür und sprach besänftigende Worte. Kaum aber nahm der Mann den Unbekannten wahr drehte er sich um und fuhr den Unbekannten erbost an.

Mann: Verschwinden sie jetzt, sie törichter Narr. Dieser Krach hat ja nun wohl wirklich nicht sein müssen.

Bestie: Ist da draussen bald Ruhe! Ich komme gleich raus und ramme dir auch noch in deine restlichen Finger Nadeln - und diesmal werde ich nicht mehr so zaghaft sein, wie beim ersten Mal.

Unbekannter: Wessen Stimme war das denn?

Mann - ganz leise: Um Himmels willen, sprechen sie doch nicht so laut.

Der Mann schlich zu dem Unbekannten und flüsterte ihm mit vorgehaltener Hand ins Ohr.

Mann: Das war die Stimme der Bestie, die im Zimmer nebenan haust.
Vor langer Zeit war die Bestie ein süßes kleines niedliches Wesen. Ich fand sie, als sie hilflos durch den Wald stolperte, verfolgt von einer grimmigen Meute wild entschlossener Männer mit Gewehren. Ich konnte mir nicht erklären, weshalb die Jagdgesellschaft hinter dem Wesen her war. Da nahm ich es mit nach Hause und rettete es vor dem sicheren Tod. Im Laufe der Jahre wuchs das Wesen, wurde zu dem was es jetzt ist. Heute verstehe ich, warum man es damals hatte töten wollen. Sind diese Bestien nämlich erst Mal erwachsen, kann man ihnen kaum noch etwas antun. Die Männer mit den Gewehren mussten das gewusst haben.
Könnte ich meine Entscheidung im Wald ungeschehen machen, so würde ich es tun. Denn seit vielen Jahren schon, bin ich nur noch ein Sklave der Bestie. Werde in diesem Haus gefangen gehalten. Eine Flucht ist unmöglich. Oft schon habe ich es versucht.

Unbekannter - nun auch im Flüsterton: Oh ... Können sie denn niemanden um Hilfe bitten? Ich meine aus der Nachbarschaft. Oder rufen sie doch einfach die Polizei an. In dieser Stadt wird es ja wohl ein paar Polizisten geben.

Mann: Ist ihnen wirklich nicht bewusst, wo sie hier gelandet sind? Dies ist eine tote Stadt. Die Bestie hat alle Menschen umgebracht. Einzig aus Dankbarkeit darüber, dass ich sie groß gezogen habe, hat sie mich verschont. Strom, Telefon, Imbissbuden mit Bratwürsten und alle anderen Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation sind zusammen mit den Menschen verschwunden. Außer mir und der Bestie gibt es hier nichts erwähnenswertes mehr.

Bestie: Dusty, ist da jemand bei dir? Ich höre doch wie du mit jemandem sprichst. Wer ist das?

Unbekannter: Sie heißen Dusty?

Mann: Oh Pardon. Hatte ganz vergessen mich vorzustellen. Mein Name ist Dusty ...

Bestie: JETZT REICHT ES MIR! ICH KOMME RAUS!

Die Bestie riss die Tür auf und sprang ins Wohnzimmer. Äußerlich hatte sie eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit Heidi Klum, wenn man einmal von dem Schnäuzer über der Oberlippe absah. Die Bestie trug ein hautenges schwarzes Latexkostüm und diamantbesetzte Goldringe um den Hals und an den Handgelenken. Darüber einen langen Trenchcoat. Sie reckte ihren rechten Arm nach oben. Der Zeigefinger deutete auf den Unbekannten.

Bestie: Du! Wer bist du? Ach, nicht so wichtig. Dein Körper sieht sehr sportlich aus. Hast du Lust mir in meinen Tempel der Wollust zu folgen?

Mann: Vorsicht! Lassen sie sich von dem Äußeren nicht täuschen.

Bestie: Hör nicht auf den alten Looser. Der Typ bringt es schon lange nicht mehr. Der taugt nur noch zum Strümpfe stopfen. Ich hingegen kann dir ekstatische Freuden von ungeahnter Intensität verheissen. Das wirst du dir doch nicht entgehen lassen - und wenn wir fertig sind, schenke ich dir auch noch einen roten 1933er Ford Hot Rod, ein echtes Hammerauto. Na, ist das nix?

Der Unbekannte erlag der animalischen Anziehungskraft der Bestie. Willenlos folgte er ihr. Bevor die Tür verschlossen wurde, hängte das Wesen ein Schild mit der Aufschrift "Bitte nicht stören" vor das Schlüsselloch. Dusty wusste worauf das hinaus lief. "Rama Lama Ding Dong" von The Edsels erklang.

Oh oh oh oh
I got a girl named Rama Lama, Rama Lama Ding Dong
She's everything to me
Rama Lama, Rama Lama Ding Dong
I'll never set her free
Cause she's mine, all mine
Oh oh oh oh

Dusty mochte diesen Song. Er spielte ihn immer in einer Endlosschleife ab, wenn die Bestie sich über ein Opfer hermachte. Es war ihm einfach zuwider dieses oft tagelange Gestöhne, Hecheln und Gekreische anhören zu müssen, wenn die Bestie sich ihren ahnungslosen Opfern in orgiastischer sexueller Begierde hingab.

Dusty erinnerte sich an die Nadel in seinem Finger. Die sollte endlich entfernt werden. Jetzt. Er tat es und fragte sich hernach, weshalb er das nicht schon längst getan hatte. Taugte er am Ende tatsächlich nur noch zum Strümpfe stopfen. Pah! Diese Aussage würde die Bestie noch bereuen.
Hatte der Unbekannte nicht von einem Fallschirm gesprochen?
Das Liebesspiel der Bestie und dem Unbekannten konnte Tage andauern, dies war allein von der Kondition des Unbekannten abhängig. Anschließend würde die Bestie ihrem Spielgefährten den Gar ausmachen. Zeit genug für Erich, um nach dem besagten Fallschirm zu sehen.
Einmal war ein Unbekannter mit einem defekten Heissluftballon auf dem Dach des Hauses gelandet. Die Hülle des Ballons hatte ein riesiges Loch. Obwohl Dusty sich viel mühe gab, konnte er das Loch nicht stopfen. Es mangelte ihm an Stoff. Während die Bestie mit dem Ballonfahrer ihr Spiel trieb, verstaute Dusty den Heissluftballon unbemerkt im Keller. Heute sah Dusty nun eine Chance den Heissluftballon endlich flicken zu können. Die lang ersehnte Fluchtmöglichkeit rückte in greifbare Nähe.
Nach einer ausführlichen Inspektion des Fallschirms verfiel Dusty in ungläubiges Staunen.
Es schien, als ob er sich stark in dem Fremden getäuscht hatte, denn wenn Dusty alle durch den Fallschirm angebotenen Hinweise richtig zusammenfügte, dann war der Unbekannte niemand geringerer als King Porno, der größte männliche Pornostar aller Zeiten, dem nachgesagt wurde, er sei mit einer unerschütterlichen und nie versiegenden Manneskraft ausgestattet. Die Legende von King Porno war selbst bis an diesen lebensfeindlichen Ort vorgedrungen. Nur Bilder kannte man hier von ihm nicht, deshalb hatte Dusty King Porno auch nicht erkannt.
Die Indizien auf dem Fallschirm liessen in ihrer Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. King Porno befand sich in diesem Haus.
Angestachelt von einer ihm in diesem Ausmass bisher unbekannten Neugier, kehrte Dusty in das Wohnzimmer zurück. Die Rachegedanken waren vergessen. King Porno würde die Bestie bezwingen - und er, Dusty, wollte diesen Triumph unter allen Umständen unbedingt miterleben.
Er setzte sich in den Sessel und stellte per Fernbedienung "Rama Lama Ding Dong" ab. Nichts von dem was hinter der Tür geschah sollte seinem Ohren verborgen bleiben. Er schloss die Augen und lauschte dem Treiben.
17 Tage sass Dusty so da.
Dann verstummten die Laute.
Dusty öffnete langsam seine Augen - und langsam öffnete sich auch die Schlafzimmertür. Eine zitternde Hand tastete sich aus dem Türspalt. Eine zweite folgte. Auf allen vieren kroch die Bestie völlig elend anzusehen aus dem Schlafzimmer. Der Blick leer, das Gesicht hohlwangig, die Augen blutunterlaufen, die Haare fürchterlich strubbelig. Das Latexkostüm hing ihr in Fetzen vom ausgemergelten Körper. Aufrecht hinter ihr stand King Porno, frisch, unverbraucht, mit Sonnenbrille und Hut, ansonsten aber splitterfasernackt. Triumphierend trommelte er sich mit den Fäusten auf die behaarte Brust und winkte Dusty mit dem Trenchcoat der Bestie zu. Niemals im Leben würde Dusty dieses Bild vergessen.

King Porno: Ich habe gefallen gefunden an dieser Stadt. Gibt es hier vielleicht noch ein paar von diesen Bestien? Die eine da konnte meine Gelüste nicht so ganz erfüllen. Aber mit einer Handvoll von diesen Bestien, könnte ich hier bestimmt das weltgrößte Porno-Studio aufbauen - und du müsstest niemals wieder Strümpfe stopfen. Na, wie gefällt dir diese Idee, Dusty? Du und ich - wir beide. Wir bauen hier ein ganz grosses Ding auf ...

Dusty fiel King Porno in die Arme. Die beiden freuten sich wie kleine Kinder, denen man einen Lastwagen mit Spielsachen zum Geburtstag geschenkt hat. Sie sangen, tanzten, hüpften und vergassen darüber vollkommen die Bestie. Die nutzte die Gelegenheit um zu verschwinden. Doch schon wenige Minuten später kam sie zurück. Keiner der Männer hatte ihren kleinen Ausflug bemerkt. Die Bestie kroch auf allen vieren in das Schlafzimmer, in dem Dusty und King Porno immer noch ausgelassen den Sieg feierten. Völlig geräuschlos näherte sich die Bestie Dusty. In einem günstigen Augenblick zupfte sie ihn am Hosenbein. Erschrocken hielt Dusty mit dem Freudentanz inne. Er blickte nach unten. Eine zitternde Hand hielt ihm ein Gänseblümchen entgegen. Gerührt nahm er das Friedensangebot der Bestie an. Auch King Porno war stark berührt von der Geste. Er half der Bestie auf die Beine.

Zusammen gingen alle drei aus dem Haus, holten den roten 1933er Ford Hot Rod aus der Garage und fuhren nach Houston (Texas). Dort finanzierte King Porno der Bestie eine Geschlechtsumwandlung. Die Idee mit dem Aufbau des größten Porno-Studios wurde daraufhin verworfen. Stattdessen legten die drei, mit Ausnahme von Dusty, sich nun Künstlernamen zu und gründeten 1969 eine Bluesrock und Hard-Rock-Band. Als ZZ Top wurden sie ein internationaler Top-Act.

Und die Moral von der Geschichte:
In hellhörigen Wohnungen sollte man beim Sex immer "Rama Lama Ding Dong" in einer Endlosschleife abspielen.

22.04.2007 14.30 Uhr