.
Mehr zur Schneckenseite Zum Profil von Rainer Lieser bei www.facebook.com Zum Profil von Rainer Lieser bei www.linkedin.com Rainer Lieser bei www.leselupe.de Zum Kanal der Webschnecke bei www.youtube.com Zum Profil von Rainer Lieser bei www.xing.com Zu den Tweets der Webschnecke bei www.twitter.com Zur Website www.rainer-lieser.de

Klicken Sei eine der Seitenzahlen an, um zu einer weiteren Geschichte zu gelangen.

 

Geschichte vom 14.08.2005:

Die Gemeinschaft der elf Streichhölzchen

Mutter und Vater Anders hatten ihr erstes und einziges Kind "Irgendwo" genannt, weil sie damit ihrem Wunsch Ausdruck verleihen wollten, lieber irgendwo anders zu leben als dort, wo sie jetzt gerade lebten. Sie wollten beim Anblick ihres Sohnes ständig an die großartigen Möglichkeiten der Zukunft erinnert werden, die sie sich nicht entgehen lassen wollten. Da diese großartigen Möglichkeiten allerdings immer einen riesengroßen Bogen um die Eltern von Irgendwo machten, erkannten sie bald den negativen Nebeneffekt des Namens: sie wurden ständig daran erinnert, wie unzufrieden sie mit ihrem derzeitigen Leben waren.

Auch Irgendwo bemerkte schon bald, daß das Leben mit einem derartigen Namen gewisse Schwierigkeiten mit sich brachte. Zuerst fiel ihm dies im Kindergarten auf - in seiner Schulzeit und im späteren Berufsleben verstärkte sich dieser Eindruck. Alle Menschen in seinem Umfeld machten sich stets über seinen Namen lustig. Eines Tages hatte er genug davon und beschloß aus seinem Namen ein Lebensprogramm zu machen - sein Lebensprogramm. Wann immer er nun in irgendwo war, wo es ihm nicht gefiel oder er etwas tat, was er eigentlich nicht tun wollte, stand er auf und ging irgendwo anders hin, in der Hoffnung, dass ihm irgendwo anders besseres widerfahren würde. So reiste er ständig von Ort zu Ort, immer mit der Bahn, wurde ein Reisender in Sachen Glückssuche.

Auf seinen Reisen lernte er viele Menschen kennen bei denen er den Eindruck hatte, sein Name würde auch diesen gut zu Gesicht stehen. Er fühlte sich einigen dieser Menschen sehr Nahe, einigen wenigen sogar ganz besonders Nah. Allerdings hielten seine Gefühle niemals lange an. Kaum lernte er jemanden näher kennen, wünschte sich Irgendwo schon wieder lieber irgendwo anders zu sein - diesen Menschen hinter sich zu lassen.

Shanghai. Ein älteres Paar lief durch die Straßen. Es regnete. Die beiden hatten einen riesengroßen Schirm, den sie mit je einer Hand festhielten. Sie liefen ziellos herum und erfreuten sich all der vielen bunten Lichter um sie herum. Einmal schien es so, als würde ihnen ein kleiner blauer Drache in den Wasserpfützen vorauseilen und sie auf einen bestimmten Pfad bringen wollen. Da den beiden diese Idee gefiel, folgten sie dem Weg des imaginären Tierchen. Von Zeit zu Zeit spuckte der Minidrache orange farbenes Feuer, was vor allem die ältere Dame ganz besonders erfreute, da orange ihre Lieblingsfarbe war, während ihr Mann die Farbe blau bevorzugte. Die beiden konnten gar nicht genug kriegen von dem kleinen Wasserpfützenungeheuer - und da der Drache seine Fortbewegungsgeschwindigkeit stetig erhöhte, mussten sie sich ziemlich anstrengen, um bei seinem Tempo mithalten zu können. Nach einigen hundert Metern jedoch war das ältere Paar völlig erschöpft. Die beiden mussten stehen bleiben, um wieder zu Atem zu kommen. Sie sahen wie der Drache daraufhin ebenfalls kurz innehielt, ihnen die Zunge herausstreckte und einen seiner winzigen orange farbenen Feuerstrahlen in ihre Richtung spuckte. Danach verschwand er zwischen den vielen tausend Farben, die sich in den Wasserpfützen spiegelten. Freudig erregt durch dieses Abenteuer setzten die beiden ihren Spaziergang fort, ständig Ausschau haltend nach einem neuen Fabelwesen, dem sie ein Weilchen folgen konnten, kaum achtend auf das was in der Wirklichkeit geschah. Ohne Vorwarnung nahm eine Hand mit stahlhartem Griff Besitz vom Arm der älteren Frau. Mit einem Ruck musste das Paar stehen bleiben. Einen Lidschlag später raste ein Bus direkt vor den Nasen der beiden vorbei. Sie hatten eine rote Ampel übersehen. Das Paar konnte noch erkennen, dass auf der ihnen zugewandten Seite von dem vorbeisausenden Bus ein blauer Drache gemalt war.

Irgendwo: Es tut mir leid, wenn ich sie etwas unsanft angepackt habe, aber es blieb keine Zeit mehr sie in einem höflichen Ton zu warnen.

Älterer Mann: Sie hat uns der Himmel geschickt, guter Mann. Vielen Dank. Gibt es irgend etwas womit meine Frau und ich uns bei ihnen erkenntlich zeigen können?

Irgendwo: Naja. Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie mich mit ihrem Schirm zu meinem Hotel begleiten könnten. Es ist nicht weit weg von hier, doch ich habe meinen Schirm vergessen und es regnet heute so heftig wie schon lange nicht mehr. Mein Name ist übrigens Irgendwo Anders. Und, wenn sie mir diese Bemerkung gestatten, ich habe noch niemals einen derart großen Regenschirm wie den ihren gesehen.

Älterer Mann: Eine Spezialanfertigung. Wissen sie, in manchen Dingen sind meine Frau und ich etwas exzentrisch. Aber wiederum natürlich nicht so exzentrisch, dass wir unseren Lebensretter mit diesem Schirm nicht zu seinem Hotel begleiten würden. Mein Name ist übrigens Hauptsache Vielgeld und das ist meine Frau Reisegutmit Vielgeld. Sie sehen also in Puncto seltsame Namen, stehen wir beide ihnen in nichts nach.

Die drei gingen zu dem besagten Hotel. Zufälliger Weise war das auch das Hotel, in dem das ältere Paar wohnte. Man setzte sich auf einen kleinen Schluck in die Hotelbar. Zwölf Stunden später saßen sie dort immer noch. Sie tauschten viele Geschichten und Erfahrungen aus. Während dieser Zeit hatte die ältere Dame mehrfach das unbestimmte Gefühl, der kleine blaue Drache aus der Wasserpfütze würde sie durch eines der Fenster im vorderen Teil der Bar beobachten. Vielleicht bildete sie sich das aber auch nur ein. Irgendwann beschloß Irgendwo, daß es nun wieder an der Zeit sei, irgendwo anders hin zu gehen und sich von dem älteren Paar zu verabschieden. Später erinnerte er sich noch oft an diesen Abend. Die Rettung der beiden vor dem nahezu sicheren Tod, gab ihm das Gefühl sein bisheriges Leben nicht völlig unnütz gelebt zu haben. Auch empfand er an dem älteren Paar etwas von der Schuld abgetragen zu haben, die er insgeheim gegenüber seinen Eltern empfand, die er mittlerweile schon seit mehreren Jahren nicht mehr besucht hatte. Er beschloß seine Eltern im Anschluß an eine seiner nächsten Reisen zu besuchen. Natürlich tat er es nicht.

Eines Tages fand Irgendwo im Zug, auf dem Platz der die Reservierungsnummer seiner Fahrkarte trug, eine Streichholzschachtel vor. Der vorherige Nutzer dieser Sitzgelegenheit hatte sie wohl aus Unachtsamkeit liegen lassen. Irgendwo öffnete die Schachtel, um nach zu sehen ob sich darin noch ein paar Streichhölzchen befänden. Es waren noch elf unbenutzte Streichhölzchen darin - und für einen Augenblick beneidete er diese elf Streichhölzchen um ihre Gemeinschaft. Natürlich währte ihre Gemeinschaft nur solange, bis jemand die Schachtel öffnete und ein Streichhölzchen herausnahm - und um diese Erfahrung wiederum beneidete er die Streichhölzchen nicht. Er stellte es sich sehr deprimierend vor, ständig in dem Bewußtsein zu leben, man könnte einen Freund verlieren oder selbst aus der Schachtel herausgerissen zu werden. Als er sich diesen Gedanken jedoch nochmals durch den Kopf gehen ließ, viel ihm auf, daß dieses Schicksal doch in gleicher Weise auch auf die Menschen - und damit auch auf ihn selbst zutraf. Irgendwo beschloß die Streichholzschachtel an sich zu nehmen. Er wollte die Gemeinschaft der elf Streichhölzchen davor bewahren jemals getrennt zu werden. Er betrachtete die elf Streichhölzchen als seine ersten wirklichen Freunde, zu denen sich im Laufe seines weiteren Lebens noch eine große Anzahl von wirklichen, lebendigen Menschen hinzugesellen sollte. Dies nahm er sich als Aufgabe für die Zukunft. Ohne es zu wissen, fuhr er in diesem Moment gerade an dem Grab seiner Eltern vorbei. Sie waren vor wenigen Wochen verstorben.

Als der Zug sein aktuelles Ziel erreichte, stieg Irgendwo aus, betrat frohen Mutes den Bahnsteig, atmete tief ein und verließ den Bahnhof mit einem zuversichtlichem Lächeln. Er lief ein Weilchen durch die Stadt. Wie er es bei solchen Gelegenheiten immer gerne tat, betrachtete er beim Spazierengehen Damenhintern. Wenn ihm ein Hintern besonders gut gefiel, folgte er diesem, in gebührendem Abstand, für ein Weilchen und beobachtete mit großem Interesse wie der Hintern rhythmisch die Eigenheiten des Ganges seiner Trägerin widerspiegelte. In der Regel dauerte es nicht allzu lange, bis er sich an der Anmut des einen Hintern satt gesehen hatte und sich dann einem neuen Exemplar zuwendete. So auch heute. Aber plötzlich war etwas anders als sonst. Eine junge Dame ging vor ihm her, über deren blauer Jeanshose der obere Teil eines orange farbenen Slips zu sehen war. Schuhe, Bluse und Jacke der Frau waren blau. Eine Frau komplett in blau mit einem orange farbenen Farbtupfer. Dieser Anblick gefiel Irgendwo sehr. Kein anderer Hintern mehr konnte ihn von diesem ablenken. Stundenlang lief er fasziniert seiner Besitzerin hinterher und bemerkte dabei nicht, wie er die Stadt immer weiter hinter sich ließ. Schließlich blieb der Hintern unvermittelt stehen. Vertieft in seine Gedanken, konnte Irgendwo seinen Lauf nicht mehr rechtzeitig abbremsen und rempelte die junge Dame von hinten an.

Frau: Nanu, was soll das denn?

Irgendwo: Entschuldigen sie bitte, das tut mir wirklich sehr leid. Ich war so überwältigt von ihrem Gang, daß ich nicht mehr reagieren konnte, als sie stehen blieben. Oh ... das klingt bestimmt sehr merkwürdig, aber keine Sorge, ich habe keine unehrenwerten Absichten.

Frau: Dann ist es ja gut - und da wir gerade direkt vor der Tür meines Elternhauses stehen, stelle ich sie am besten gleich mal meiner Familie vor. Die sind nämlich sehr interessiert daran Männer kennen zu lernen, die ihrer Tochter hinterher laufen.

Irgendwo war erstaunt über die Reaktion der jungen Frau und nahm erst jetzt wahr, wo er sich befand. Vor ihm erhob sich ein riesiges uraltes Schloß. Noch nie hatte er auf einer seiner Reisen ein auch nur annähernd so großes und prachtvolles Gebäude gesehen. Die Junge Dame zog einen Schlüssel aus ihrer Hosentasche, öffnete das Portal. Irgendwo und die junge Dame betraten die Empfangshalle. Zwei Schimmel mit goldenen Sätteln auf ihren Rücken ritten ihnen entgegen.

Frau: Aha, Mama und Papa haben meinen Gast schon entdeckt.

Der Mund von Irgendwo brachte kein Wort mehr heraus. Seine Begleiterin schwang sich flink in den Sattel eines der beiden Pferde und wies ihn an, ihr auf dem Rücken des anderen Pferdes zu folgen. Zwei Stunden lang ritten sie an unzähligen Hausangestellten vorbei, die unermütlich mit putzen und polieren beschäftigt waren, denn es gab in der nahezu unendlichen Weite dieser Empfangshalle eine Unmenge von Stühlen, Tischen, Geländern, Bildern, Vasen, Kronleuchtern, Spiegeln, Kerzenständern, Statuen, Schränken, Büchern und Glasvitrinen mit tausenderlei Gegenständen darin, die reinlich gehalten werden mussten. Besonders viel Irgendwo ein großes Bild von einem blauen Drachen auf, der orange farbenes Feuer spuckte. Schließlich gelangten sie an einen Fahrstuhl. Dort hielten sie an, stiegen von den Pferden ab und übergaben die Tiere der Obhut eines Hausangestellten.

Auf der Anzeigetafel der Stockwerke im inneren der Fahrstuhlkabine, konnte man aus 476 Etagennummern auswählen. Die junge Frau drückte den obersten Knopf.

Frau: In den unteren Etagen wohnen die Angestellten.

Der Fahrstuhlschacht und die Fahrstuhlkabine waren vollständig aus Glas. Während die beiden nach oben fuhren, wurde sich Irgendwo immer mehr der Ausmaße dieses Palastes bewußt. Mehrfach war er kurz davor an seinem Verstand zu zweifeln - oder dies alles für einen Traum zu halten. Dann fiel das Licht aus. Der Fahrstuhl blieb stehen. Es war augenblicklich schwärzeste Nacht um Irgendwo und seine Begleiterin.

Frau: Mist. Die Elektriker haben das Problem immer noch nicht im Griff. Tut mir leid. Wenn wir Pech haben, sitzen wir nun sehr lange im dunkeln. Es gibt hier zwar ein paar Kerzen, aber nichts womit ich sie anzünden kann.

Irgendwo dachte kurz nach. Er erinnerte sich an die Streichholzschachtel in seiner Hosentasche. Er erinnerte sich aber auch an sein Vorhaben, die elf Streichhölzchen nicht voneinander zu trennen. Würde er jetzt eines der Streichhölzchen aus der Schachtel herausnehmen, um damit die Kerzen anzuzünden, würde er Wortbruch gegenüber sich selbst begehen, würde damit Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner weiteren guten Vorsätze schüren. Zu oft schon hatte er sich auf diese Weise selbst betrogen. Nein. Zumindest dieses eine Mal musste er standhaft bleiben. Zumindest dieses eine Mal wollte er wirklich etwas in seinem Leben verändern - und deshalb durfte er die elf Streichhölzchen jetzt nicht enttäuschen. Er durfte ihre Gemeinschaft nicht zerstören. Das war für sie und für ihn unermesslich wichtig.

Frau: Herrje, ich glaube ich muss mal. Eigentlich auch kein Problem, da wir in jeder Fahrstuhlkabine eine Nottoilette haben. Die Probleme mit der Elektrik sind ja nicht neu. Aber ohne Licht finde ich den Knopf für die Nottoilette nie. Zu dumm. Hätte ich doch bloß gestern nicht mit dem Rauchen aufgehört, dann hätte ich heute noch mein Feuerzeug bei mir.

Irgendwo konnte die Not der jungen Dame sehr gut nachvollziehen. Wenn er nicht bald handeln würde, würde sie mit Sicherheit in kürze in ihren wunderschönen orange farbenen Slip pieseln. Dieser Gedanke gefiel ihm gar nicht. Er sah sich in einer absoluten Notsituation: Entweder er half augenblicklich seiner Begleiterin, indem er mit einem der elf Streichhölzchen die von ihr besagten Kerzen anzündete, damit sie die den Knopf für die Nottoilette finden konnte, womit er gegenüber sich selbst wortbrüchig werden würde; oder er half der jungen Dame nicht - und sollte sie dann herausfinden, daß er durchaus die Möglichkeit gehabt hätte ihr zu helfen, dies aber absichtlich nicht getan hatte, wenn auch aus durchaus ehrenwerten Erwägungen, wäre sie bestimmt, und mit vollem Recht, sehr wütend auf ihren Gast gewesen, den sie mit so viel Vertrauen aufgenommen hatte. Irgendwo überlegte hin und her - und her und hin. Schließlich griff er in seine Hosentasche, zog die Streichholzschachtel heraus, entzündete eines der Streichhölzchen und ...

Frau: Du Einfaltspinsel! Ich hätte es mir ja gleich denken können. Auch du bist wie all diese anderen Weicheier. Stellt man euch vor eine einfache Wahl, versagt ihr immer.

Sie drückte einen Schalter und im gleichen Augenblick waren die beiden wieder vollständig von Licht umgeben. Die junge Dame schrie vor Wut.

Frau: ICH hatte die Streichholzschachtel im Zug liegen lassen. ICH hatte den Fahrkartenverkäufer angewiesen dir diesen ganz bestimmten Platz zu zuweisen. ICH hatte dich ganz bewusst mit meinem orange farbenen Slip hierher gelockt, weil ich vermutete, du könntest der Mann meines Lebens sein. Meine Eltern hatten mich schon vor langer Zeit auf dich aufmerksam gemacht, ihr hattet euch einmal in Shanghai kennen gelernt - und dein seltsamer Name und Lebensweg erschien ihnen eine sinnvolle Ergänzung zu meinem seltsamen Namen und Lebensweg. Aber wie bei all den anderen Heiratskandiaten, haben sie sich auch in deinem Fall geirrt. Auch du bist nur ein erbärmlicher Jammerlappen. Verschwinde. Geh mir aus den Augen.

Sie drückte einen Knopf, die gläserne Rückwand der Fahrstuhlkabine öffnete sich und ein metallener Greifarm packte Irgendwo. Kurze Zeit später fand er sich auf dem Bahnsteig wieder, an dem sein Abenteuer in dieser fremden Stadt seinen Anfang genommen hatte.

Er fühlte sich leicht benommen. Griff in seine Hosentasche, um nach der Streichholzschachtel zu suchen. Er fand sie, zog sie heraus, öffnete sie - und bemerkte dabei erstmals den kleinen blauen Drachen auf der Verpackung. In der Schachtel befanden sich nun nur noch zehn Streichhölzchen. Er schenkte die Streichholzschachtel einem vorbeilaufenden älteren Herren. Danach kaufte sich Irgendwo eine neue Fahrkarte. Er stieg in den Zug ein.

Er wird wohl auch heute noch mit einem Zug von Ort zu Ort fahren. Manchmal wird er aussteigen, Menschen begegnen, Erfahrungen machen und an manchen Plätzen etwas länger verweilen als an anderen. Zu guter letzt aber, wird es ihn doch immer wieder zurück in einen dieser Züge führen, in denen auch so viele andere Menschen reisen.

Kleiner Drache: Hm ... Das war aber eine merkwürdige Geschichte Mami. Da gings ja kaum um Drachen, sondern nur um diese Menschen. Ich mag die Menschen nicht. Die sind immer so launisch und unberechenbar.

Drachenmama: Darum ging es ja auch in dieser Geschichte, mein kleiner Blauzacken. Die Menschen machen sich ständig etwas etwas vor, haben immer Probleme damit das Leben so anzunehmen wie es ist, mit all den schönen und all den hässlichen Seiten. Wir Drachen sind da viel klüger. Deshalb sollten wir uns von den Menschen auch immer sehr weit fernhalten. Du weisst doch noch wie es unseren Vorfahren ergangen ist, die sich nicht daran gehalten haben? Und genau deshalb dürfen wir nur noch in der Phantasie der Menschen in Erscheinung treten, so wie der kleine blaue Drache in der Geschichte.

14.08.2005 23.11 Uhr