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Geschichte vom 05.06.2005:

Grashalme

Hektor Grummellurch aß gerne Schnittlauch auf Brot. Immer wenn ihn die Lust darauf überkam, schmierte er viel Butter auf eine dicke Scheibe Brot und streute eine gehörige Portion klein geschnittenen Schnittlauch darüber. Anschließend setzte er sich auf den Stuhl in der Küche. Von seinem Stuhl aus betrachtete er die belegte Brotscheibe dann noch ein Weilchen sorgfältig, bevor er sich irgendwann daran machte sie aufzuessen. Für ihn waren diese Momente des stillen Betrachtens, Augenblicke des Glücks. Seit er dieses Ritual vor langer Zeit in sein Leben eingeführt hatte, war er dabei noch nie unterbrochen worden. Heute aber läutete das Telefon, während er in sinnesfroher Andacht vor der mit Schnittlauch belegten Brotscheibe saß. Eigentlich hatte er fast schon vergessen, dass er überhaupt ein Telefon hatte. Schließlich nahm man den Job, den er damals angenommen hatte, normalerweise nur dann an, wenn es niemanden mehr gab, der einen hätte anrufen können oder wenn man selbst niemanden mehr hatte, den man hätte anrufen wollen. Denn dieser Job verlangte vollkommenste Aufmerksamkeit.

Nun aber klingelte das Telefon - und zwar ganz offenkundig. Ob er rangehen sollte? Was sollte er dann aber sagen? Er hatte schon seit einer Ewigkeit nicht mehr telefoniert. Er wußte auch gar nicht, ob das Abnehmen des Telefonhörers Bestandteil seines allgemeinen Arbeitsvertrages war. Er konnte sich daran nicht mehr erinnern. Das war nicht gut. Vergesslich durfte man in diesem Job nicht sein. Was konnte nicht alles geschehen, wenn er plötzlich anfangen würde wichtige Details zu vergessen; so etwas konnte ganz schlimme Folgen haben. Er wußte das. Immerhin mussten sich doch die Anderen auf ihn verlassen. Wenn sie das nicht mehr tun könnten, würde ja das ganze System nicht mehr funktionieren - und das durfte doch nicht sein. Wo käme man da sonst hin? Das Telefon läutete immer noch in dem anderen Zimmer.

Wenn er geahnt hätte, dass so etwas je hätte geschehen können, dann hätte er diesen Job nie angenommen. Wer denkt schon an ein klingelndes Telefon. Das hatte er nun davon. Er hätte sich doch auch das Kleingedruckte im allgemeinen Arbeitsvertrag durchlesen sollen. Obwohl, durchgelesen hatte er es sich bestimmt, so gut kannte er sich doch nun wirklich. Er hatte nur vergessen es sich zu merken. Zu dumm.

Aber an diesem Job stimmte ja so einiges nicht, wenn man mal ganz genau hinsah. Und genau hinsehen konnte er. Diese Fähigkeit beherrschte er nahezu in Perfektion. Dazu hatte ihn sein jahrelanges Ritual mit der mit Schnittlauch belegten Butterbrotscheibe geführt. Eigentlich war das eine Fähigkeit, die sich jeder hätte erarbeiten können. Nur tat das normalerweise niemand. Warum auch? Man vertraute eben auf die Anderen.

Weil er sich aber diese Fähigkeit antrainiert hatte, fiel ihm schon auf, dass recht vieles an diesem Job merkwürdig war. Mal ganz abgesehen von dem läutenden Telefon. Warum z.B. lebte er in einer Dienstwohnung mit fünf Zimmern, obwohl es doch nur in der Küche einen Monitor gab - und er den Blick nicht von dem Monitor niemals abwenden durfte. Damit er den Blick nicht von dem Monitor abwenden musste, erhielt er ja sogar diese Pillen, die dafür sorgten, dass er nicht schlafen und zur Toilette gehen musste. Zum einen Teil war hier also alles bis ins kleinste Detail hinein durchdacht, wie die Schlaf- und Toilettengangblocker-Pillen bewiesen, zum anderen gab es Zimmer und Telefone, die niemand brauchte. Dahinter steckte, seiner Ansicht nach, schon ein gewisser Widerspruch. Er war damals einfach viel zu gutgläubig gewesen. Obwohl er von Anfang an kein gutes Gefühl bei dem Job hatte. Er hätte mehr auf sein Bauchgefühl beim Einstellungsgespräch hören und den Job ablehnen sollen. Das hatte er jetzt davon. Nun saß er hier vor seiner mit Schnittlauch belegten Butterbrotscheibe, dahinter der Monitor, den er nie aus den Augen lassen durfte, und in dem Zimmer nebenan läutete das Telefon. So weit hätte es nie kommen müssen. Doch ändern konnte er daran jetzt nichts mehr. Kündigen ging nicht, dazu wußte er inzwischen zu viel über dieses Projekt. So stand das auch im allgemeinen Arbeitsvertrag. Mit seinem Wissen konnte man ihn einfach nicht mehr zurück in ein gewöhnliches Leben, zurück zu den gewöhnlichen Menschen, entlassen. Er stand bei diesem Job in der Pflicht bis zum Ende. Die Anderen mussten sich ebenso blind auf ihn verlassen, wie er sich auf sie verlassen musste. Und so musste das auch sein. Anders konnte das alles ja gar nicht funktionieren. Und eigentlich war das alles ja auch gar nicht so schlimm, wenn nur das Telefon nicht geklingelt hätte.

Verlassen wir mal kurz Hektor Grummellurch und werfen einen Blick auf Antonius Winterhafen. Er hatte den gleichen Job wie Hektor Grummellurch. Antonius Winterhafen wollte eigentlich nur kurz bei seinem Bewährungshelfer anrufen und ihm mitteilen, dass er den Job bekommen hatte. Zwingend notwendig wäre dieser Anruf nicht gewesen. Er wollte sich mit diesem Anruf aber ganz persönlich bei seinem Bewährungshelfer für dessen Unterstützung bedanken. Antonius Winterhafen hatte sich jedoch verwählt und die Telefonnummer von Hektor Grummellurch eingegeben.

Antonius Winterhafen nahm seinen Job nicht ganz so ernst wie Hektor Grummellurch. Antonius Winterhafen hatte sich auch keine großen Gedanken dabei gemacht, als er den Blick von dem Monitor abwendete, um in das andere Zimmer zu gehen. Hätte er aber besser tun sollen. Einem Aufpasser konnte durchaus schon mal entgehen, wenn man den Monitor für einen Augenblick nicht beobachtete, immerhin war auch ein Aufpasser nur ein Mensch. Sobald man jedoch die Küche verließ, z.B. um von dem anderen Zimmer aus ein Telefongespräch zu führen, war es für jeden Aufpasser ganz offensichtlich, dass man den Monitor nicht mehr beobachten konnte. Und das durfte einfach nicht sein. In solchen Fällen musste ein Aufpasser handeln. Der Aufpasser drückte einen Knopf und Antonius Winterhafen starb augenblicklich an Herzversagen. Würde der Aufpasser nicht entsprechend gehandelt haben, dann hätte SEIN Vorgesetzter mit ihm auch kein Erbarmen gehabt. Es musste halt alles seine Ordnung haben, sonst konnte das System nicht funktionieren. Das stand ja so auch in dem allgemeinen Arbeitsvertrag, den jeder Arbeitnehmer hatte unterzeichnen müssen. Alles war exakt in diesem allgemeinen Arbeitsvertrag geregelt. Deshalb würde jetzt auch der Aufpasser von Antonius Winterhafen, vorübergehend den Job von Antonius Winterhafen übernehmen, und zwar genau solange, bis ein regulärer Nachfolger für Antonius Winterhafen gefunden sein würde.

Weil Antonius Winterhafen in diesem Augenblick gerade tot neben dem abgehobenen Telfonhörer lag und kurz vor seinem Tod, versehentlich die Telefonnummer von Hektor Grummellurch gewählt hatte, hörte das Telefon von Hektor Grummellurch natürlich nicht auf zu klingeln. Diese Telefone waren so konstruiert, dass sie erst dann zu klingeln aufhörten, wenn jemand den Telefonhörer abnahm. Nahm dann aber jemand den Telefonhörer ab, bekam derjenige von seinem Aufpasser einen Herzinfarkt verpasst, weil das Telefon ja in einem Zimmer stand, von wo aus der Monitor nicht beobachtet werden konnte. So war das eben. Darum sollten diese Telefon ja eigentlich auch nie benutzt werden - und hätten eigentlich auch nie installiert werden sollen. Die Installation der Telefone war in der Tat ein bedauerlicher Fehler. Da hatte jemand nicht richtig aufgepasst. So etwas konnte mal vorkommen. Und damit jeder Arbeitnehmer über diesen Fehler informiert wurde - und wußte wie er sich beim klingeln des Telefons zu verhalten habe, wurde auf diesen Fehler im Kleingedruckten auf dem allgemeinen Arbeitsvertrag auch hingewiesen.

Bedauerlich für Hektor Grummellurch war nur, dass er sich an das Kleingedruckte im allgemeinen Arbeitsvertrag nicht mehr erinnern konnte. Daran Schuld war er jedoch natürlich ganz allein selbst. Schließlich hätte er sich das Kleingedruckte einfach nur merken müssen, statt es sofort wieder zu vergessen, nachdem er es gelesen hatte. Hätte er es sich nämlich gemerkt, dann wüßte er jetzt sehr wohl, was man von ihm in dieser Situation erwartete. Er wußte es aber nicht, obgleich sein Aufpasser selbstverständlich davon ausgehen musste, dass es Hektor Grummellurch wußte. Hektor Grummellurch hätte diesen Job ja auch gar nicht annehmen müssen, dann wäre er niemals in diese schreckliche Lage gekommen. Niemand hatte ihn gezwungen. Es gab damals schließlich noch genug andere Bewerber und niemand hätte ihm böse sein können, wenn er abgelehnt hätte. Jeder konnte diesen Job ausüben. Man durfte halt nur nicht den Blick vom Monitor nehmen und musste sich auch das Kleingedruckte im allgemeinen Arbeitsvertrag merken.

Auf dem Monitor beobachtete man Grashalme. Wenn einer der anderen Grashalme sich bewegte, musste man einen Hebel in eine Position schieben, damit sich der Grashalm, für den man selbst zuständig war, auch bewegte. Wichtig war dabei den Hebel so zu verschieben, dass sich alle Grashalme exakt im Einklang bewegten. Erst dann wirkte dieses kleine Stück Kunstrasen so, als wäre es ein echtes Stück Rasenfläche. Und darum drehte sich letztlich alles. Dieses kleine Stück Kunstrasen sollte seinen Betrachtern den Eindruck vermitteln, ein echtes Stück Rasenfläche zu sein. Die Betrachter sollten den Eindruck haben, ein Stück echter Natur aus einer früheren, natürlicheren Zeit zu sehen. Ein Stück gerettete Natur zu sehen. Darum allein ging es. Um diese Illusion wahr werden zu lassen, arbeiteten all die vielen Grashalmwärter so hart. Dieser Job erfüllte nach Meinung aller Grashalmwärter einen echten, einen wichtigen, einen guten Zweck; machte Sinn. Und deshalb wollte Hektor Grummellurch damals diesen Job unbedingt haben, auch wenn sein Bauchgefühl ihm abgeraten hatte. Alle anderen Jobs die es heutzutage noch gab, waren reine Beschäftigungsmaßnahmen, um die Menschen von dummen Gedanken fernzuhalten. Aber dieser Job war anders. Wenn nur das Telefon nicht klingeln geklingelt hätte, oder er sich an das Kleingedruckte im allgemeinen Arbeitsvertrag erinnern könnte. Dann wäre alles gut. Dann hätte er, Hektor Grummellurch, den besten Job auf der ganzen Welt.

Es war schon eine tolle Zeit, in der er lebte. Man konnte mit der ganzen Technologie heute so vieles machen, was man sich früher niemals auch nur hätte träumen lassen. Das war echt irre. Nur wenn es darum ging, Grashalme möglichst wirklichkeitsgetreu in Bewegung zu versetzen, da versagte diese Technologie. Bisher war es niemandem gelungen, weder menschlicher, noch künstlicher Intelligenz, dafür ein Programm zu schreiben. Dieser Job konnte von keiner Maschine ausgeführt werden, diesen Job mussten echte Menschen machen. Menschen wie Hektor Grummellurch. Für Hektor Grummellurch war das die großartigste der neuen Philosophien der Neuzeit. Mensch und Natur waren wieder vereint. Dennoch läutete immer noch das Telefon im Nebenzimmer. Es hörte einfach nicht auf zu klingeln.

Natürlich hätte man das Telefon von Grund auf anders konstruieren oder sogar ganz darauf verzichten können. Das wurde bereits mehrfach erwähnt. Aber das war nun einmal nicht gemacht worden. Und manche Dinge ließen sich eben im Nachhinein nicht mehr ändern, dafür war zuvor zu viel falsch gemacht worden. Die Dinge waren jetzt so, wie sie jetzt waren - und im allgemeinen Arbeitsvertrag war das Thema mit dem Telefon ja auch ausführlich genug behandelt worden. Hektor Grummellurch hatte dennoch nicht die geringste Ahnung, was zu tun war. Er konnte nichts weiter tun, als stumm damit fortzufahren, sein mit Schnittlauch belegtes Butterbrot zu betrachten, und den Blick nicht von dem Monitor dahinter abzuwenden. Dies würde er solange tun, bis ihm für sein Problem eine Lösung einfallen würde. Möglicherweise war das hier DIE Bewährungsprobe seines Lebens. Vielleicht konnte er mit einer richtigen Entscheidung in dieser Situation, all seine früheren Fehlentscheidungen wieder wett machen.

Ein paar Etagen über Hektor Grummellurch saß gerade ein völlig übernächtigter Konstrukteur über den Bauplänen zu dem Stück künstlicher Rasenfläche. Er hatte das Projekt von seinem Vorgänger übernommen, der damit offensichtlich vollkommen überfordert gewesen war. Der übernächtigte Konstrukteur konnte nicht einen einzigen Grund dafür erkennen, warum an dem Projekt unzählige Menschen vor Beobachtungsmonitoren sitzen mussten. Man hätte das alles viel einfacher und sinnvoller mit Maschinen bewerkstelligen können. Programme dazu gab es schon seit langem zuhauf. Wahrscheinlich hatte sein Vorgänger dies an Ende auch erkannt und sich deshalb aus einem geöffneten Fenster aus dem 483. Stock gestürzt. Sein Vorgänger hatte sich auf die einfachste und sicherste Art der Verantwortung für diese Fehlkonstruktion entzogen. Nun hatte er diesen Job. Glücklich war der übernächtigte Konstrukteur darüber nicht. Alles an dem Projekt war falsch angepackt und umgesetzt worden. Am sinnvollsten wäre es gewesen, die komplette Anlage abzureißen. Einzig die Telefone funktionierten einwandfrei. Er konnte sich nicht erklären, wie man auch nur einen einzigen Arbeiter hatte finden können, der einen solchen Job hatte übernehmen wollen. Aber man hatte ja nicht nur einen einzelnen Arbeiter gefunden, sondern unendlich viele - und täglich fragten immer mehr Menschen nach einem Job in der Anlage. Deshalb sollte die Anlage jetzt auch von ihm erweitert werden.

KLOPF. KLOPF.

Hektor Grummellurch traute seinen Ohren nicht. Es hatte doch da etwa nicht gerade geklopft. Oder doch? Das Telefon klingelte und nun klopfte es auch noch an der Tür. Das war doch absolut unmöglich. Wenn er sich aber nicht verhört hatte? Vielleicht verband sich mit dem klopfen an der Tür, eine Lösung für sein Problem mit dem klingelnden Telefon. Wäre ja möglich. Zumindest wußte er, was zu tun war, wenn es an der Tür klopfte. Das Kleingedruckte im allgemeinen Arbeitsvertrag für diesen Fall hatte er sich gemerkt. Schon merkwürdig, welche Streiche einem das eigene Gedächtnis manchmal spielte. Manches konnte man sich ganz leicht merken, anderes nicht. Warum dies so war, konnte er sich nicht erklären.

Laut allgemeinem Arbeitsvertrag war ein läutendes Telefon nahezu ebenso unwahrscheinlich, wie ein klopfen an der Tür. Beide Vorkommnisse wären deshalb eigentlich auch völlig zu vernachlässigen gewesen. Sie wurden nur deshalb im allgemeinen Arbeitsvertrag aufgeführt, weil die allgemeine Sorgfaltspflicht des allgemeinen Arbeitsvertrages dies verlangte.

Unter dem kleingedruckten Paragraphen "Es klopft an der Tür" stand folgendes zu lesen:
"Für den mehr als unwahrscheinlichen Fall, dass es einmal an der Tür klopfen sollte, ist es, dem sich unzweifelhaft in der Küche befindlichen, Grashalmwärter, gestattet, laut und deutlich "herein" zu rufen. Da die Tür nie verschlossen sei, um der tiefer wirkenden Problematik einer verschlossenen Tür bei einem klopfen vorzubeugen, könnte jeder, der den Wunsch hereinzukommen durch ein klopfen kund tat, deshalb ohne weitere Umstände hereinkommen, sobald er dazu durch ein laut und deutlich zu vernehmendes "herein" aufgefordert worden sei."

Hektor Grummellurch rief laut und deutlich: Herein!.
Ein Mann in zerrissenen Kleidern betrat die Küche.

Mann: Guten Tag. Sie müssen mir dabei helfen von hier abzuhauen. Ich bin der Mann, der diesen Irrsinn hier geplant hat. Ich halte das alles nicht mehr länger aus. Vor einigen Wochen habe ich einen Selbstmord vorgetäuscht, um aus dem Planungszentrum entfliehen zu können. Jetzt habe ich mich in meiner eigenen Anlage verlaufen. Für mich ein eindeutiger Hinweis darauf, was für eine Fehlkonstruktion diese Anlage ist.

Hektor Grummellurch: Ähh ... Was? Kann ich ihnen erst Mal ein Butterbrot mit Schnittlauch anbieten?

Niemand war über dieses Angebot mehr überrascht, als Hektor Grummellurch selbst. Was hatte er da gerade gesagt? Er bot einem wildfremden Menschen seine eigene, mit Schnittlauch belegte, Butterbrotscheibe an?

Mann: Nein Danke. Es wäre hilfreicher für mich, wenn sie mir sagen könnten, für welchen Grashalm sie zuständig sind.

Hektor Grummellurch fiel ein Stein vom Herzen.

Hektor Grummellurch: Für den 267.

Mann: Danke. Dann geh ich jetzt mal wieder.

Hektor Grummellurch: Könnten sie mir vielleicht auch noch einen kleinen Gefallen tun?

Mann: Wenn es schnell geht und in meiner Macht liegt. Ich bin nämlich sehr in Eile.

Hektor Grummellurch: "Mein Telefon klingelt.

Mann: Unmöglich!

Hektor Grummellurch: "Dann hören sie mal genau hin.

Mann: Oje, offensichtlich ist alles noch viel schlimmer, als ich befürchtet hatte. Was soll ich tun?

Hektor Grummellurch: "Sagten sie nicht, sie hätten das alles hier geplant?

Mann: Keine Spitzfindigkeiten, Bitte. Ich sehe mal, was ich tun kann.

Der Mann hatte sich übrigens so zwischen Tür und Angel der Küchentür positioniert, dass der Aufpasser von Hektor Grummellurch ihn nicht sehen konnte. Hören konnte er ihn auch nicht, weil es in den Zimmern keine akustische Überwachung gab, sondern lediglich eine optische. Das war zwar eigentlich ein weiterer Konstruktionsfehler, dieser Fehler gereichte dem fliehenden Konstrukteur am heutigen Tag aber zu einem großen Vorteil. Er ging in das Zimmer in dem sich das Telefon befand. Überlegte. Erinnerte sich an den entsprechenden Paragraphen im allgemeinen Arbeitsvertrag. Nahm dann den Telefonhörer kurz ab und legte ihn gleich wieder auf. Das Telefon klingelte nicht mehr. Anschließend verließ der Mann diesen Ort.

Hektor Grummellurch war überglücklich darüber, diese schreckliche Situation mit so viel Geschick gemeistert zu haben. Jetzt endlich konnte er in aller Ruhe, sein mit Schnittlauch belegtes Butterbrot essen.

05.06.2005 14.06 Uhr